Mittwoch, 23. April 2014

User-Generated Content

Es gibt keine festgelegten, dauerhaften Regeln, keine Eindeutigkeiten, sondern die Möglichkeit, sich immer wieder über die Handlungsdimension des eigenen Sprachgebrauchs bewusst zu werden, kontinuierlich und in jeder Situation.
(Aus dem online volltändig einsehbaren  Leitfaden "Feministisch Sprachandeln, den eine Arbeitsgruppe an der HU Berlin geschrieben hat)

Beim Focus findet man das nicht gut. Deswegen nennt man den Leitfaden Gener-Wahnsinn, tut so, als stünde er kurz davor ins Bundesgesetzblatt geschrieben zu werden und lässt dann den Mob in den Kommentaren los.

Das ist eine neue Taktik. Ja, wenn man den Anstand in der Redaktion zusammenkehrt, dann kann man natürlich nicht ganz so wie man eigentlich wollte, beim Focus. Deswegen hetzt man die Meute der Leser auf, drückt jedem noch eine Mistgabel in die Hand und berichtet dann darüber.

Das ist widerlich. Und erfolgreich.


Mittwoch, 2. April 2014

Meine Chancen, Deine Probleme

"Dass wir vor allen Dingen die Chancen sehen wollen und nicht immer nur die Probleme", ... "mehr Handel, mehr Investitionen und mehr Befähigung, dass die afrikanischen Probleme auch von Afrikanern selbst gelöst werden können".
 (Angela Merkel)

 Ich finde das klingt nach der Chancen-Rethorik, die die Kanzlerin immer dann anschlägt, wenns mal wieder besonders kapitalistisch werden soll. Probleme? Gehören den Afrikanern. Chancen? Die nehmen wir gerne. So hilft man dem Kontinent bestimmt richtig gut.

Werders Woche

Hunt weg. Ignjovski weg. Weserstadion soll umbenannt werden und da soll ich mich freuen, dass der Trip nach Hannover drei Punkte eingebracht hat.
Aber hallo. Dass Aaron geht, finde ich super. Ich kann Hunts egozentrisch-phlegmatisches Spiel nicht leiden und finde, dass "Le Chefski" Obraniak bei seinen Einsätzen bisher mehr Tempo ins Bremer Spiel gebracht hat, als Hunt mit seiner Ballschlepperei in den letzten Jahren. Ingjovski? Bis heute ein uneingelöstes Versprechen auf einen talentierten Sechser. Hat gegen den HSV auf der rechten Verteidiger-Position gute Ansätze gezeigt, konnte das aber nicht bestätigen. Und der Station Name: Daran glaube ich noch nicht. Wirtschaftlich könnte das ein Nullsummensspiel werden, denn das Alleinstellungsmerkmal "Stadionname" könnte bei anderen Sponsoren-Verhandlungen Geld gebracht haben. Also eine gute Woche?
Zumindest eine, die sich noch zur Guten entwickeln könnte. Denn alle drei Nachrichten haben auch Schattenseiten.
Mit Hunt verliert Bremen seinen monetär wertvollsten Spieler, ohne eine Ablöse einzustreichen. In den vergangenen Jahren hat sich Bremen immer aus zwei Quellen finanziert. Im Europapokal strich man Gelder ein und machte Spieler bekannt, die dann am Saisonende für teuer Geld in die Spitzenteams Europas wechselten. Mertesacker (Arsenal), Özil (Real Madrid), Diego (Juventus Turin), Sokratis (Dortmund) spülten Geld in die Kassen, auch wenn sie sportliche Substanz kosteten.
Im Moment hat Bremen diese Substanz anscheinend nicht. Hunt und Iggy sind ablösefreie Abgänge und viel mehr ist wohl gerade keine bereit, für Bremer Fußballer auszugeben. Das sagt etwas aus darüber, wie die Transfergeschichte der letzten Jahre gelaufen ist. Schlecht. Und teuer.